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Erst im 18. Jahrhundert entschlüsselten die Europäer das Rätsel um die Herstellung: Im Oktober 1708 gelang es Johann Friedrich Böttger und Ehrenfried Walther von Tschirnhaus in Dresden bzw. Meißen, das erste europäische Porzellan zu produzieren. Nach Tschirnhaus’ Tod entwickelte Böttger das Verfahren in Meißen weiter. Am 28. März 1709 vermeldete er dem Kurfürsten von Sachsen, Friedrich August I., in Dresden die Erfindung des europäischen Porzellans. 1710 entstand in Meißen auf der Albrechtsburg die erste europäische Porzellanproduktionsstätte. Doch das "Arkanum", das Rezept zur Herstellung von Porzellan, wurde gleich mehrmals unabhängig voneinander entdeckt: Im Thüringer Wald gründete daher Georg Friedrich Macheleid 1760 in Sitzendorf eine Porzellanmanufaktur. Das Thüringer Porzellan nahm jedoch eine andere Entwicklung als am sächsischen Hof. Nur wenige der rasch zunehmenden Hersteller suchten nach dem Vorbild Meißens die Nähe zu fürstlichen Höfen und schufen Kunstwerke aus Porzellan. Die anderen Manufakturen erschlossen sich einen anderen Markt: Porzellan wurde im Zuge der aufkommenden Demokratiebewegung zur Zierde des Bürgertums. |